Das SOLAR System: Ein Betriebsmodell für Strategie in Aktion

a person holding pen and a paper with graphs

Die Strategie ist nicht das Problem

61% sehen keine Verbindung zwischen ihrer Strategie und der operativen Arbeit ihrer Teams1. 58% messen weder Ergebnisse noch Wirkung2. 40% zeigen auf hierarchische Strukturen und Silos als größte Bremser3. Und nur 6% führen das Scheitern ihrer Strategie auf externe Marktfaktoren zurück.

Das Scheitern kommt von innen. Und es ist gestaltbar.


Die falsche Diagnose kostet am meisten

Nach Jahren als Beraterin für Strategieumsetzung habe ich eines gelernt: Die meisten Organisationen, mit denen ich arbeite, haben keine Strategielücke im klassischen Sinne.

Sie haben eine Vision. Sie haben ihre strategische Positionierung geklärt, also Markt, Kunden und Produkt. Sie wissen, wer sie sind und wohin sie grundsätzlich wollen.

Und trotzdem kommt die Strategie nicht in die Umsetzung.

Der eigentliche Bruch liegt woanders: Es gibt keine Entscheidung darüber, was jetzt wichtig ist.

Keine Klarheit über die strategischen Hebel für dieses Jahr. Keine Antwort auf die Frage, worauf wir uns fokussieren und was wir bewusst ausschließen.


Drei Verwechslungen, die Strategie lähmen

Bevor wir über Lösungen sprechen, lohnt es sich, die häufigsten Verwechslungen zu benennen. Denn was in vielen Organisationen als Strategie gilt, ist es oft nicht.

Finanzielle Kennzahlen sind keine Strategie. Finanzielle Unternehmens-KPIs beschreiben, was gemessen wird. Sie geben keine Richtung vor und treffen keine Entscheidungen. “Wir wollen den Umsatz um 20% steigern” ist ein finanzielles Ziel, aber es sagt nichts darüber aus, wie, womit und auf Kosten wovon.

Evergreen Statements sind keine Strategie. “Wir stellen den Kunden in den Mittelpunkt.” “Wir fördern Innovation.” Diese Sätze sind nicht falsch, sie sind einfach immer wahr. Und genau deshalb entscheiden sie nichts. Eine Aussage, die zu jeder Zeit gilt, kann keine Grundlage für Prioritäten sein.

Roadmaps und Pläne sind keine Strategie. Eine Liste von Projekten beschreibt, was getan werden soll. Sie beantwortet nicht, warum genau diese Projekte und nicht andere den entscheidenden Unterschied machen.


Was wirklich fehlt: Strategischer Fokus für jetzt

Vision und strategische Positionierung sind wichtig. Aber sie reichen nicht.

Was Organisationen zusätzlich brauchen, ist eine klare Antwort auf eine viel konkretere Frage:

Was sind die zwei oder drei strategischen Hebel, die in den nächsten 12 Monaten wirklich entscheiden?

Nicht was wir grundsätzlich anstreben. Sondern was jetzt den Unterschied macht, angesichts der aktuellen Marktlage, der internen Realität und der Chancen und Engpässe des Moments.

Strategischer Fokus ist keine Einschränkung. Es ist eine Führungsentscheidung. Und solange diese Entscheidung fehlt, arbeiten Teams parallel an allem, priorisieren nach Lautstärke statt nach Wirkung und verlieren sich in Aktivität ohne Richtung.

A diagram illustrating a strategic planning framework with concentric circles. The outermost circle is labeled 'Vision', followed by 'Strategy', 'Strategic Focus (12 months)', 'OKR (3 months)', and the innermost circle labeled 'Roadmap (1-4 weeks)'. Each section includes guiding questions related to future goals and measures for success.

Das SOLAR System: Ein Betriebsmodell für Strategie in Aktion

Strategischer Fokus ist der erste Baustein. Aber er allein reicht nicht.

Selbst die klarste strategische Richtung entfaltet sich nicht vollständig, wenn die Organisationsstruktur sie blockiert, Führung sie nicht in den Alltag trägt, Teams keine Wirkungsketten kennen oder der Rhythmus fehlt, um dranzubleiben.

Genau hier setzt das SOLAR System an: fünf miteinander verbundene Dimensionen, die gemeinsam bestimmen, ob Strategie in der täglichen Realität ankommt.

A diagram titled 'SOLAR System' illustrating a framework from strategy to results, featuring five key elements: Strategy, Organisation, Leadership, Action, and Rhythm, each accompanied by brief descriptions.

S – Strategy: Klarer Fokus für jetzt

Vision und strategische Positionierung sind gesetzt. Was fehlt, ist die Entscheidung über die strategischen Hebel für diesen Moment. Welche zwei oder drei Themen entscheiden dieses Jahr wirklich über Erfolg? Was schließen wir bewusst aus? Strategischer Fokus ist keine Planung, es ist eine Entscheidung. Und solange diese Entscheidung fehlt, ist alles gleichzeitig wichtig, was bedeutet, dass nichts wirklich priorisiert ist.


O – Organisation: Struktur folgt Strategie

Schluss mit Silos! Die meisten Organisationen arbeiten mit organigramm-kopierenden Strukturen, bei denen Ziele entlang von Abteilungsgrenzen vergeben werden und strategische Themen in Funktionen hängen bleiben. Was stattdessen funktioniert: bereichsübergreifende Shared Mission Teams, die um strategische Themen herum gebildet werden. Nicht die Struktur bestimmt, wer zusammenarbeitet, sondern die Strategie.


L – Leadership: Strategie als Teil des Führungsalltags

Strategie ist kein einmaliger Akt, der einmal im Jahr kommuniziert und dann delegiert wird. Sie ist ein fester Bestandteil des Führungsalltags, in Priorisierungsentscheidungen, in 1:1s und in der Frage, ob das, was wir gerade tun, wirklich auf unsere Hebel einzahlt. Führung, die die Strategie nur im Quartalsgespräch thematisiert, hat sie aus dem Alltag entfernt, genau dort, wo sie gebraucht wird.

A – Action: Wirkung vor Aktivität

Teams sind selten inaktiv. Sie sind oft zu aktiv, mit Maßnahmen ohne klaren Zielbezug. Der Unterschied zwischen Output und Outcome ist nicht semantisch. Er entscheidet darüber, ob Arbeit tatsächlich zu Ergebnissen beiträgt. Wirkungsketten helfen dabei, von der Maßnahme über den Frühindikator bis zum strategischen Ergebnis Zusammenhänge sichtbar zu machen. Nicht als To-do-Liste mit Deadline, sondern als Kompass für tägliche Entscheidungen


R – Rhythmus: Strategie braucht Takt

Das größte Risiko für jede Strategie ist nicht Widerstand. Es ist Vergessen. Ohne regelmäßige Routinen, also Reviews, Check-ins und Reflexionen, verliert Strategie ihren Platz im Arbeitsalltag. Der Rhythmus sorgt dafür, dass das Lernen stattfindet, der Kurs korrigiert wird und der Fokus erhalten bleibt. Nicht als zusätzlicher Aufwand, sondern als bewusste Umleitung vorhandener Kapazitäten auf das Wesentliche.


Warum die Dimensionen zusammengehören

Das Verführerische ist, einzelne Dimensionen herauszugreifen. OKRs einführen, ohne den Fokus zu klären. Routinen etablieren, ohne Wirkungsketten zu definieren. Struktur anpassen, ohne Führungsverhalten zu verändern.

Wer nur an einzelnen Dimensionen ansetzt, schöpft das Potenzial des investierten Aufwands nicht aus. Strategischer Fokus ohne passende Struktur bleibt im Silo stecken. Führung, die Strategie lebt, aber keine Messung hat, verliert den Anschluss. OKRs ohne Rhythmus werden nach einem Quartal nicht mehr geöffnet.

Das System entfaltet seine Wirkung als Ganzes.


Die eigentliche Frage

Wenn die Strategie nicht in Umsetzung kommt, ist die erste Frage selten: “Ist unsere Strategie falsch?”

Die richtige erste Frage ist: “Haben wir eine klare Entscheidung darüber, was jetzt wirklich zählt, und ist unser Betriebsmodell darauf ausgelegt, genau das umzusetzen?”

Strategie scheitert nicht, weil sie falsch ist. Sie scheitert, weil sie nicht dafür entwickelt wurde, in der täglichen Realität zu funktionieren.

Das SOLAR System liefert genau dieses Design.


Wo steht eure Organisation?

In welchen Dimensionen habt ihr die größten Lücken, und wo liegt das größte Hebel-Potenzial?

Mit der SOLAR Diagnose könnt ihr in unter 10 Minuten herausfinden, wie euer aktuelles Betriebsmodell aufgestellt ist: Was funktioniert bereits? Wo entstehen typische Brüche? Und wo solltet ihr anfangen?


Quellen:

  1. Economist Intelligence Unit ↩︎
  2. Balance Score Card ↩︎
  3. McKinsey 2020 ↩︎

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